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Arbeitssicherheits- und Arbeitsschutzmanagement: Zweck und Vorteile

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Gesunde und sichere Arbeitsplätze sind wesentliche Merkmale für ein leistungsfähiges und nachhaltiges Unternehmen. Um betriebliche Gefahren für die Mitarbeitenden auf ein Minimum zu reduzieren und beherrschbar zu machen, formuliert die internationale Norm DIN ISO 45001:2018 die Anforderungen an einen umfassenden, modernen Arbeitsschutz. Sie berücksichtigt alle Aspekte des Arbeitsschutzes und geht insbesondere auf die Chancen und Risiken des Arbeitsschutzes ein. Außerdem werden stressbedingte Faktoren in der Organisation berücksichtigt. Der Arbeitsschutz wird so in die betrieblichen Abläufe integriert. In diesem Artikel erfahren Sie ausführlich erläutert alles Wichtige zum Thema Arbeitsschutzmanagement.

Definition Arbeitsschutzmanagement

Arbeitsschutzmanagement, auch Arbeitssicherheitsmanagement genannt, bezeichnet die Organisation aller Bereiche des Arbeitsschutzes, der Arbeitssicherheit und Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz.

Um einen wirksamen Arbeitsschutz zu gewährleisten, muss der Arbeitgeber eine geeignete Arbeitsschutzorganisation und die erforderlichen Mittel bereitstellen. Er muss Vorkehrungen treffen, dass die Maßnahmen des Arbeitsschutzes bei allen Tätigkeiten und im Rahmen der betrieblichen Führungsstrukturen beachtet werden und dass die Beschäftigten ihre Mitwirkungspflichten erfüllen können (§ 3 Abs. 2 ArbSchG).

Es ist wichtig zu verstehen, dass Arbeitsunfälle immer auch einen Verlust an wirtschaftlicher Effizienz bedeuten. Denn jeder Unfall stört die betrieblichen Abläufe und damit auch die Wertschöpfung. Deshalb ist es von zentraler Bedeutung, dass der Arbeitsschutz in die betrieblichen Abläufe integriert wird. Das spiegelt sich auch in den Anforderungen der ISO 45001 wider.

Welchen Zweck hat ein Arbeitsschutzmanagementsystem?

Um die gesetzlichen Verpflichtungen zu erfüllen, kann der Arbeitgeber ein Arbeitsschutzmanagement einführen, das auf einem Arbeitsschutzmanagementsystem basiert. Ein Arbeitsschutzmanagementsystem ermöglicht es dem Arbeitgeber, die vorgeschriebenen Arbeitsschutzvorschriften wirksam umzusetzen. Zugleich erfüllt der Arbeitgeber seine Dokumentationspflichten und kann mit Hilfe eines Arbeitsschutzmanagementsystems den Nachweis erbringen, das Unternehmen und die Arbeitsstätten sicherheits- und gesundheitsgerecht zu organisieren.

Zweck eines Arbeitsschutzmanagementsystems ist es, Betriebe so zu führen, dass Arbeitsschutz als Unternehmensziel gleichrangig und im Einklang mit anderen Unternehmenszielen steht und in allen Bereichen des Unternehmens und auf allen Organisations- und Arbeitsebenen konsequent umgesetzt wird. Trotz des Aufwands, der mit der Einführung eines Arbeitsschutzmanagementsystems verbunden ist, kann die Wirtschaftlichkeit des Arbeitsschutzes durch ein systematisches Arbeitsschutzmanagement nachhaltig gesteigert werden.

Die wichtigsten Anforderungen an Ihr Arbeitsschutzmanagementsystem

Die Abschnitte 4-10 der ISO 45001 enthalten die Anforderungen der Norm an das Management von Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Nachfolgend erklären wir Ihnen, welche das sind und was Sie dabei beachten müssen.

4. Abschnitt: Rahmenbedingungen in der Organisation

Die Einführung und kontinuierliche Optimierung eines Managementsystems für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz erfordert Zeit und erhebliche Ressourcen. Daher sollte es sich um eine gut durchdachte und strategische Entscheidung handeln. Zu diesem Zweck verlangt der Standard in den Abschnitten 4.1 und 4.2, dass Sie Ihr Betriebsumfeld analysieren. Dazu gehört auch die Ermittlung von Faktoren, die sich auf den Betrieb des Systems auswirken können. Darüber hinaus müssen die beabsichtigten Ergebnisse sowie die relevanten Anforderungen und Erwartungen der interessierten Parteien ermittelt werden. Bei der Festlegung des Umfangs müssen diese Faktoren und betrieblichen Aktivitäten berücksichtigt werden.

5. Abschnitt: Führung und Mitarbeiterbeteiligung

Die Rechenschaftspflicht und Verantwortung für das Funktionieren des Arbeitsschutzmanagementsystem liegt bei der obersten Führungsebene. Daher muss sie für sichere Arbeitsplätze sorgen und Verletzungen und Krankheiten vorbeugen. Außerdem muss sie eine kontinuierliche Verbesserung des Systems erreichen und eine entsprechende Kultur im Unternehmen fördern. Diese Absichten sind in einer SGA-Politik oder einer Politik für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz niedergelegt. Diese müssen dokumentiert und im gesamten Unternehmen kommuniziert werden. Ebenso müssen die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten innerhalb des Arbeitsschutzmanagementsystems definiert, dokumentiert und kommuniziert werden.

6. Abschnitt: Planung

Die Planung von Maßnahmen zur Bewältigung von Risiken und Chancen und zur Erreichung von Zielen muss erfolgen. Diese Risiken und Chancen können sich aus Faktoren ergeben, die bei der Analyse des Umfelds ermittelt wurden. Darüber hinaus können sie sich aus der Risikobewertung sowie aus anderen Anforderungen ergeben, die berücksichtigt werden müssen. Sie müssen auch festlegen, welche Ziele Sie für die Verbesserung des Managementsystems für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit und seiner Leistung verfolgen und wie Sie diese erreichen wollen.

7. Abschnitt: Unterstützung

Die ISO 45001 legt Anforderungen für die Durchführung der geplanten Maßnahmen fest. Außerdem werden weitere Anforderungen an die Umsetzung gestellt. Dazu gehören die Bereitstellung der erforderlichen Ressourcen und die Ermittlung der notwendigen Kompetenzen. Der Erwerb und die Dokumentation dieser Kompetenzen ist ebenfalls erforderlich. Darüber hinaus ist es wichtig, das Bewusstsein Ihrer Mitarbeiter in Bezug auf Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz zu fördern. Die Sicherstellung der notwendigen Kommunikation ist ebenfalls wichtig. Darüber hinaus ist die Erstellung und Lenkung der erforderlichen Dokumente notwendig.

8. Abschnitt: Arbeitsabläufe

Die wichtigen Prozesse des Arbeits- und Gesundheitsschutzes zur Verringerung der Risiken müssen geplant und kontrolliert werden. Dies muss auch das Änderungsmanagement und die Beschaffungsregelungen umfassen. Besondere Anforderungen werden hier an die Kontrolle von ausgelagerten Prozessen gestellt.

9. Abschnitt: Leistungsbewertung

Sie müssen bestimmen, was Sie überwachen und messen müssen, um die Leistung zu analysieren und zu bewerten. Sie müssen auch festlegen, wie und wann die Analyse und Bewertung der Ergebnisse erfolgen soll. Dazu gehört auch die Bewertung der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und anderer Anforderungen in festgelegten Abständen. Die Durchführung interner Audits und die Überprüfung durch das Management müssen ebenfalls regelmäßig erfolgen.

10. Abschnitt: Verbesserung

Es ist notwendig, dass festgestellte Mängel analysiert und behoben werden. Anschließend müssen Sie prüfen, ob ähnliche Mängel bereits aufgetreten sind oder ob sie auftreten könnten. Darüber hinaus müssen Sie prüfen, ob eine Korrekturmaßnahme erforderlich ist. Wenn ja, müssen Sie deren Umsetzung veranlassen und ihre Wirksamkeit bewerten. Zur kontinuierlichen Verbesserung gehört auch die Einführung und Förderung einer SGA-Kultur im Unternehmen.

Vorteile von Arbeitsschutzmanagement

Ein erfolgreich eingeführtes Arbeitsschutzmanagement bringt zahlreiche Vorteile und Chancen für Ihr Unternehmen mit sich. Wenn Sie eine gute Praxis umsetzen, wie sie die ISO 45001 vorschreibt, schützen Sie sich im Zweifelsfall vor dem Vorwurf des Organisationsverschuldens. Mit der systematischen Umsetzung der geltenden gesetzlichen Anforderungen gewinnen Sie mehr Rechtssicherheit. Außerdem stellen Sie sicher, dass der Arbeitsschutz in die Geschäftsprozesse eingebunden ist. Das bedeutet, dass er nicht mehr neben der eigentlichen Arbeit läuft, sondern fest mit ihr verbunden ist.

Ein effektives Arbeitsschutzmanagement sorgt für Transparenz im Arbeitsschutz. Es ermöglicht den Arbeitgebern, die Belange des Arbeitsschutzes von Anfang an in alle seine unternehmerischen Entscheidungen und Prozesse einzubeziehen. Gelebtes Arbeitsschutzmanagement stärkt das Verantwortungsbewusstsein des Unternehmens (Vermeidung unangenehmer Überraschungen); es muss eigenverantwortlich handeln, d.h. sich auch Ziele für Sicherheit und Gesundheitsschutz setzen, den Arbeitsschutz gezielter planen und organisieren und ihn systematischer und konsequenter als Führungsaufgabe betreiben. Das hat den positiven Effekt, dass sich der Arbeitsschutz von einer eher kontrollierenden Stabsfunktion zu einer integrierten Managementaufgabe wandelt und dadurch an Wert gewinnt.

Weitere Auswirkungen des Arbeitsschutzmanagements sind:

  • Verbesserung der Wirksamkeit und Effizienz von Präventionsmaßnahmen,
  • Stärkung des Sicherheits- und Gesundheitsbewusstseins der Beschäftigten,
  • Erhöhung der Praxisrelevanz von Arbeitsschutzthemen im Arbeitsalltag,
  • die Verringerung von Unfällen, die Erhöhung der Gesundheitsquote,
  • Verringerung der Fehlzeiten aufgrund von Krankheiten, Verletzungen und Unfällen,
  • sicherere Prozesse (höhere Prozesssicherheit),
  • Vermeidung von unnötigen Kosten,
  • Aufdeckung von Problemen oder Problembereichen
  • mehr Rechtssicherheit für den Unternehmer und die Führungskräfte,
  • Verbesserung des Images.

ProSafeCon unterstützt Unternehmen aus verschiedenen Branchen als externe Fachkraft für Arbeitssicherheit. Unsere Experten sorgen dafür, dass gesetzliche Vorschriften wie das Arbeitsschutzgesetz, die Betriebssicherheitsverordnung, die Arbeitsstättenverordnung, technische Regeln und DGUV-Vorschriften eingehalten werden. Rufen Sie uns gerne an!

Quellen:

https://www.gesetze-im-internet.de/arbschg/__3.html

https://www.dguv.de/medien/fb_org/veranstaltungen/ams2019/marx.pdf

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