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Häufigste Brandursachen am Arbeitsplatz und im Homeoffice – So vermeiden Unternehmen und Beschäftigte Brandgefahren

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Ob Büro, Lagerhalle, Produktionsbetrieb oder Homeoffice – ein Brand kann innerhalb weniger Minuten erhebliche Sachschäden verursachen und Menschenleben gefährden. Neben den unmittelbaren Folgen wie Verletzungen oder Betriebsunterbrechungen entstehen häufig hohe Kosten durch Produktionsausfälle, beschädigte Infrastruktur und Versicherungsfälle.

Viele Brände entstehen dabei nicht durch außergewöhnliche Ereignisse, sondern durch alltägliche Situationen. Defekte Elektrogeräte, überlastete Steckdosen oder menschliche Unachtsamkeit zählen seit Jahren zu den häufigsten Ursachen.

Gerade moderne Arbeitsplätze bringen zusätzliche Risiken mit sich. Beschäftigte nutzen zahlreiche elektrische Geräte gleichzeitig, laden Akkus auf, arbeiten mit mehreren Monitoren oder betreiben private Geräte im Unternehmen. Hinzu kommen Homeoffice-Arbeitsplätze, bei denen Arbeitgeber den Brandschutz nur eingeschränkt kontrollieren können.

Die gute Nachricht: Ein Großteil aller Brände lässt sich durch geeignete Präventionsmaßnahmen vermeiden.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

Rund ein Drittel aller Gebäudebrände entsteht durch Elektrizität, ein weiteres Fünftel durch menschliches Fehlverhalten. Die vier wichtigsten Regeln für den Arbeitsalltag:

  • Defekte Geräte, warme Steckdosenleisten und beschädigte Kabel sofort außer Betrieb nehmen und melden.
  • Keine Steckdosenleisten hintereinander stecken und leistungsstarke Geräte direkt in die Wandsteckdose.
  • Nichts Brennbares neben Wärmequellen, nichts in Fluchtwegen abstellen.
  • Akkus nur beaufsichtigt und nicht über Nacht laden – aufgeblähte Akkus nicht weiterverwenden.

Welche Ursachen führen am häufigsten zu Bränden am Arbeitsplatz?

Die Brandursachenstatistik des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS) zeigt seit Jahren ein stabiles Bild: Rund 30 Prozent der untersuchten Brände in und an Gebäuden gehen auf Elektrizität zurück, etwa 22 Prozent auf menschliches Fehlverhalten (Erhebungszeitraum 2016–2025). Die Statistik erfasst versicherte Gebäudeschäden allgemein und nicht nur Arbeitsstätten – die Rangfolge der Ursachen deckt sich aber mit den Erfahrungen aus dem betrieblichen Brandschutz.

Zu den häufigsten Brandursachen gehören:

  • elektrische Defekte
  • fehlende Wartung technischer Anlagen
  • überlastete Mehrfachsteckdosen
  • menschliches Fehlverhalten
  • offenes Feuer
  • falsch gelagerte brennbare Materialien
  • Gefahrstoffe
  • Akkus und Ladegeräte
  • private Elektrogeräte
  • mangelnde Ordnung und Sauberkeit
  • feuergefährliche Arbeiten wie Schweißen, Löten oder Trennschleifen
  • Brandstiftung

In den folgenden Abschnitten werden diese Ursachen ausführlich erläutert und es wird gezeigt, wie Unternehmen und Beschäftigte das Risiko deutlich reduzieren können.

Warum gehören elektrische Geräte zu den häufigsten Brandursachen?

Elektrische Energie ist heute nahezu überall vorhanden. Computer, Monitore, Drucker, Kaffeemaschinen, Ladegeräte oder Heizgeräte sind aus dem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken.

Gleichzeitig stellen elektrische Anlagen eine der häufigsten Ursachen für Brände dar.

Bereits kleine Defekte können zu gefährlicher Hitzeentwicklung führen. Werden Kabel beschädigt oder entstehen sogenannte Lichtbögen – kurze Stromüberschläge, die punktuell mehrere Tausend Grad heiß werden –, können leicht umliegende Materialien entzündet werden.

Besonders problematisch ist, dass Defekte häufig zunächst unbemerkt bleiben. Viele Geräte funktionieren trotz eines Fehlers zunächst scheinbar problemlos.

Typische Ursachen sind:

  • beschädigte Stromkabel
  • gequetschte Leitungen
  • defekte Netzteile
  • verschmutzte Lüftungsschlitze
  • Überhitzung von Netzteilen
  • Alterung elektronischer Bauteile
  • mangelhafte Reparaturen
  • lose Steckverbindungen

Besonders gefährdet sind ältere Geräte, die über viele Jahre täglich genutzt wurden.

Woran erkennt man defekte Elektrogeräte?

Nicht jeder Defekt ist sofort sichtbar. Dennoch gibt es Warnzeichen, die ernst genommen werden sollten.

Achten Sie insbesondere auf:

  • ungewöhnlichen Geruch nach verschmortem Kunststoff
  • starke Erwärmung des Geräts
  • flackernde Anzeigen
  • Funkenbildung
  • verfärbte Steckdosen
  • beschädigte Kabelisolierungen
  • lockere Stecker
  • ungewöhnliche Betriebsgeräusche
  • wiederholtes Auslösen der Sicherung

Bereits eines dieser Anzeichen kann auf einen gefährlichen Defekt hinweisen.

Geräte sollten in diesem Fall sofort außer Betrieb genommen und durch eine fachkundige Person überprüft werden.

Rechtlicher Hintergrund: Elektrische Geräte und Anlagen müssen regelmäßig durch eine sogenannte befähigte Person geprüft werden – also durch jemanden mit entsprechender Ausbildung und Erfahrung (DGUV Vorschrift 3 in Verbindung mit der Betriebssicherheitsverordnung). Wie oft geprüft wird, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung; Richtwerte enthalten die DGUV Vorschrift 3 und die DGUV Information 203-071. Geprüfte Geräte tragen üblicherweise ein Prüfetikett mit dem nächsten Prüftermin. Unabhängig davon gilt: Jede Beschäftigte und jeder Beschäftigte sollte Geräte vor der Nutzung kurz ansehen – diese Sichtprüfung erkennt die meisten offensichtlichen Schäden.

Welche Folgen kann ein Wartungsstau für den Brandschutz haben?

Viele Unternehmen verschieben Wartungen aus Zeit- oder Kostengründen. Was kurzfristig Geld spart, kann langfristig erhebliche Schäden verursachen.

Verschmutzte Lüfter, verschlissene Lager oder defekte Sicherheitseinrichtungen erhöhen das Brandrisiko erheblich. Ein Wartungsstau betrifft nicht nur Produktionsmaschinen.

Auch folgende Einrichtungen sollten regelmäßig überprüft werden:

  • Serverräume
  • USV-Anlagen
  • Klimageräte
  • elektrische Heizgeräte
  • Ladeeinrichtungen
  • Notstromanlagen
  • Brandmeldeanlagen
  • Rauchabzugsanlagen

Werden Mängel nicht rechtzeitig erkannt, können sich kleine technische Defekte unbemerkt zu einer ernsthaften Brandgefahr entwickeln.

Dürfen Mitarbeitende private Elektrogeräte am Arbeitsplatz nutzen?

Viele Beschäftigte bringen private Geräte mit ins Unternehmen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Wasserkocher
  • Kaffeemaschinen
  • Ventilatoren
  • Heizlüfter
  • Ladegeräte
  • Mehrfachsteckdosen
  • Luftreiniger
  • elektrische Duftspender

Auf den ersten Blick wirken diese Geräte harmlos. Tatsächlich entstehen jedoch immer wieder Brände durch nicht geprüfte oder minderwertige Elektrogeräte.

Ein besonderes Risiko besteht bei günstigen Importprodukten ohne ausreichende Sicherheitsstandards.

Darüber hinaus entziehen sich private Geräte häufig der regelmäßigen Prüfung durch den Arbeitgeber. Wichtig: Diese Prüfpflicht verschwindet nicht, wenn das Gerät privat beschafft wurde. Lässt der Arbeitgeber private Geräte im Betrieb zu, muss er sie in seine Prüfungen einbeziehen – oder ihre Nutzung ausdrücklich untersagen. Eine schriftliche Regelung schützt daher beide Seiten.

Wie sollten Unternehmen mit privaten Elektrogeräten umgehen?

Ein klar geregelter Umgang reduziert Risiken deutlich.

Bewährt haben sich folgende Maßnahmen:

  • betriebliche Regelung zur Nutzung privater Elektrogeräte
  • Freigabe nur nach Prüfung
  • regelmäßige Sichtkontrollen
  • Mitarbeiterschulungen
  • Verbot besonders leistungsstarker Geräte wie Heizlüfter oder Kochplatten
  • Dokumentation zugelassener Geräte

Dadurch behalten Unternehmen den Überblick und vermeiden unnötige Brandgefahren.

Warum gehören Mehrfachsteckdosen zu den häufigsten Brandursachen?

Mehrfachsteckdosen gehören in nahezu jedem Büro und Homeoffice zur Grundausstattung. Computer, Monitore, Drucker, Dockingstationen, Ladegeräte, Schreibtischlampen und weitere Geräte müssen gleichzeitig mit Strom versorgt werden. Dadurch steigt jedoch auch das Risiko einer Überlastung.

Besonders gefährlich wird es, wenn mehrere leistungsstarke Geräte gleichzeitig an einer Steckdosenleiste betrieben werden oder mehrere Mehrfachsteckdosen miteinander verbunden werden. Die entstehende Wärme kann Leitungen und Kontakte beschädigen und im schlimmsten Fall einen Schwelbrand – ein Glimmen ohne Flamme, das stark qualmt und oft lange unbemerkt bleibt – oder offenen Brand auslösen.

Oft ist eine Überlastung zunächst nicht sichtbar. Die Steckdosenleiste funktioniert scheinbar normal, während sich im Inneren bereits eine gefährliche Hitze entwickelt.

Woran erkennt man eine überlastete Mehrfachsteckdose?

Folgende Warnsignale sollten niemals ignoriert werden:

  • Die Steckdosenleiste wird ungewöhnlich warm oder heiß.
  • Es riecht nach verschmortem Kunststoff.
  • Verfärbungen oder Schmelzspuren sind sichtbar.
  • Geräte fallen plötzlich aus.
  • Sicherungen lösen regelmäßig aus.
  • Es treten Funken beim Ein- oder Ausstecken auf.
  • Die Steckdosen sitzen locker.

Bereits eines dieser Anzeichen sollte Anlass sein, die Steckdosenleiste sofort außer Betrieb zu nehmen.

So vermeiden Sie Brände durch Mehrfachsteckdosen

Mit wenigen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren:

✔ Verwenden Sie ausschließlich qualitativ hochwertige Steckdosenleisten GS-Zeichen („Geprüfte Sicherheit“) oder einem VDE-Prüfzeichen und Überlastschutz. Die CE-Kennzeichnung allein ist kein Qualitätsmerkmal: Sie ist eine Erklärung des Herstellers und findet sich auch auf mangelhafter Importware.

✔ Schließen Sie leistungsstarke Geräte möglichst direkt an eine Wandsteckdose an.

✔ Verbinden Sie niemals mehrere Steckdosenleisten miteinander.

✔ Tauschen Sie beschädigte oder ältere Steckdosenleisten sofort aus.

✔ Achten Sie darauf, dass Steckdosenleisten frei liegen und ausreichend belüftet werden.

✔ Entfernen Sie regelmäßig Staub und Schmutz.

✔ Vermeiden Sie eine dauerhafte Volllast. Die zulässige Gesamtleistung steht auf dem Gehäuse – meist 3.500 Watt (16 Ampere). Ein Heizlüfter allein zieht bis zu 2.000 Watt und gehört deshalb nicht an eine Steckdosenleiste.

Wie häufig ist menschliches Fehlverhalten die Ursache eines Brandes?

Die meisten Brände entstehen nicht ausschließlich durch technische Defekte. Sehr häufig spielt menschliches Verhalten eine entscheidende Rolle.

Kleine Unachtsamkeiten reichen oft aus, um einen Brand auszulösen.

Typische Beispiele sind:

  • Geräte werden nach Feierabend nicht ausgeschaltet.
  • Ladegeräte bleiben dauerhaft eingesteckt.
  • Kaffeemaschinen laufen unbeaufsichtigt.
  • Papier wird auf Heizgeräte gelegt.
  • Lüftungsschlitze werden verdeckt.
  • Defekte Geräte werden weiter genutzt.
  • Warnhinweise werden ignoriert.

Oft handelt es sich dabei nicht um grobe Fahrlässigkeit, sondern um Routinen und Gewohnheiten, die sich über Jahre einschleichen.

Welche Verhaltensweisen erhöhen das Brandrisiko?

Zu den häufigsten Fehlern zählen:

  • Elektrogeräte über Nacht eingeschaltet lassen
  • Akkus unbeaufsichtigt laden
  • Defekte Kabel mit Klebeband reparieren
  • Fluchtwege mit Kartons zustellen
  • Papier oder Kartons an Heizkörpern lagern
  • Rauchverbote missachten
  • Brandlasten direkt neben elektrischen Anlagen lagern

Diese Situationen wirken im Alltag oft harmlos, erhöhen jedoch das Risiko erheblich.

Wie können Unternehmen das Verhalten ihrer Mitarbeitenden verbessern?

Technischer Brandschutz allein reicht nicht aus. Entscheidend ist auch das Sicherheitsbewusstsein der Beschäftigten.

Bewährt haben sich:

  • regelmäßige Brandschutzunterweisungen
  • praktische Übungen
  • kurze Sicherheitsinformationen im Intranet
  • Erinnerungen per E-Mail
  • Checklisten für den Feierabend
  • klare Zuständigkeiten
  • Sicherheitsbegehungen

Je stärker Mitarbeitende für Risiken sensibilisiert werden, desto eher erkennen sie Gefahren frühzeitig.

Warum stellt offenes Feuer auch im Büro eine Gefahr dar?

Obwohl in modernen Büros offenes Feuer selten eingesetzt wird, kommt es dennoch regelmäßig zu Bränden durch Kerzen oder andere Zündquellen.

Besonders in der Adventszeit steigt das Risiko deutlich an.

Typische Brandquellen sind:

  • Adventskränze
  • Duftkerzen
  • Teelichter
  • Dekoration mit offenen Flammen
  • Feuerzeuge
  • Streichhölzer
  • Rauchen in nicht erlaubten Bereichen

Ein unbeaufsichtigtes Teelicht genügt häufig, um Papier, Dekoration oder Verpackungsmaterial zu entzünden.

Häufig unterschätzt: feuergefährliche Arbeiten

Schweißen, Trennschleifen, Löten oder Auftauarbeiten zählen zu den klassischen Auslösern großer Schäden – oft ausgeführt von Fremdfirmen, die das Gebäude nicht kennen. Funken fliegen mehrere Meter weit, fallen durch Öffnungen in Nachbarräume und lösen dort mitunter Stunden später einen Schwelbrand aus. Für solche Arbeiten ist ein schriftlicher Erlaubnisschein üblich: Er legt fest, wer die Umgebung räumt, wer während der Arbeiten aufpasst und wie lange danach kontrolliert wird.

Welche brennbaren Stoffe erhöhen das Brandrisiko im Unternehmen?

Nicht nur Zündquellen sind gefährlich. Auch die Menge an brennbaren Materialien beeinflusst, wie schnell sich ein Feuer ausbreitet.

Zu den häufigsten Brandlasten gehören:

  • Papier
  • Kartons
  • Verpackungen
  • Holzpaletten
  • Kunststoffe
  • Textilien
  • Möbel
  • Vorhänge
  • Schaumstoffe
  • Abfälle

Je mehr brennbare Stoffe vorhanden sind, desto schneller entwickelt sich aus einem kleinen Entstehungsbrand ein Großbrand.

Warum ist Ordnung ein wichtiger Bestandteil des Brandschutzes?

Unordnung erhöht die sogenannte Brandlast – also die Menge an brennbarem Material in einem Raum. Je höher sie ist, desto schneller und heißer brennt es.

Kartons, Verpackungsmaterial oder Papierstapel wirken wie zusätzlicher Brennstoff.

Darüber hinaus können sie:

  • Fluchtwege blockieren
  • Feuerlöscher verdecken
  • Brandmelder beeinträchtigen
  • Rettungskräfte behindern

Ein aufgeräumter Arbeitsplatz reduziert daher nicht nur Stolpergefahren, sondern verbessert auch den Brandschutz erheblich.

Warum stellen Gefahrstoffe ein besonderes Brandrisiko dar?

Gefahrstoffe können nicht nur gesundheitsgefährdend sein, sondern auch Brände oder Explosionen verursachen.

Insbesondere leicht entzündliche Flüssigkeiten und Gase reagieren bereits bei niedrigen Temperaturen mit einer Zündquelle.

Typische Beispiele sind:

  • Lösungsmittel
  • Alkohole
  • Reinigungsmittel
  • Farben und Lacke
  • Spraydosen
  • Klebstoffe
  • Aceton
  • Benzin
  • Verdünner
  • Druckgasbehälter

Bereits ein kleiner Funke kann ausreichen, um entzündliche Dämpfe zu entzünden.

Wie sollten Gefahrstoffe gelagert werden?

Die sichere Lagerung richtet sich nach den jeweiligen Eigenschaften des Stoffes und den Vorgaben der Gefahrstoffverordnung sowie den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS).

Grundsätzlich gilt:

  • Gefahrstoffe nur in geeigneten Originalbehältern lagern.
  • Behälter eindeutig kennzeichnen.
  • Für ausreichende Belüftung sorgen.
  • Von Zündquellen fernhalten.
  • Mengen am Arbeitsplatz auf das notwendige Minimum beschränken.
  • Sicherheitsdatenblätter verfügbar halten.
  • Mitarbeitende regelmäßig unterweisen.

Besonders wichtig ist eine Gefährdungsbeurteilung, um geeignete Schutzmaßnahmen festzulegen und regelmäßig zu überprüfen.

Wie lässt sich die Brandlast im Unternehmen reduzieren?

Bereits einfache organisatorische Maßnahmen tragen wesentlich zum Brandschutz bei:

Ordnung und Sauberkeit konsequent umsetzen

Ein strukturierter Arbeitsplatz reduziert nicht nur Unfallrisiken, sondern auch die Brandlast.

Dazu gehört:

  • Verpackungsmaterial möglichst zeitnah entsorgen.
  • Papierbestände regelmäßig reduzieren.
  • Abfallbehälter täglich leeren.
  • Fluchtwege jederzeit freihalten.
  • Technikräume ausschließlich für technische Einrichtungen nutzen.
  • Brennbare Materialien mit ausreichendem Abstand zu Wärmequellen lagern.

Welche Brandgefahren bestehen im Homeoffice?

Mit der zunehmenden Verbreitung von Homeoffice-Arbeitsplätzen haben sich auch neue Herausforderungen für den Brandschutz ergeben.

Während Unternehmen ihre Bürogebäude regelmäßig überprüfen und Sicherheitsmaßnahmen umsetzen, sind die Kontrollmöglichkeiten im Homeoffice eingeschränkt. Die Verantwortung wandert dadurch aber nicht auf die Beschäftigten: Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung bleiben Arbeitgeberpflichten (§ 5 und § 12 Arbeitsschutzgesetz). Für fest eingerichtete Telearbeitsplätze gilt die Arbeitsstättenverordnung nur eingeschränkt (§ 1 Absatz 3 ArbStättV), für mobiles Arbeiten am Küchentisch gar nicht – das Arbeitsschutzgesetz gilt in beiden Fällen. Praktisch bedeutet das: Der Arbeitgeber muss die Gefährdungen des häuslichen Arbeitsplatzes beurteilen, darf die Wohnung aber nur mit Zustimmung der Beschäftigten betreten. Umso wichtiger sind Unterweisung, verständliche Selbstcheck-Listen und klare Regeln, welche Geräte erlaubt sind. Viele Arbeitsplätze zu Hause sind ursprünglich nicht für den dauerhaften Betrieb mehrerer elektrischer Geräte ausgelegt. Dadurch entstehen Risiken, die oft unterschätzt werden.

Im Homeoffice kommen häufig mehrere Faktoren zusammen:

  • private und berufliche Elektrogeräte werden gemeinsam genutzt
  • Steckdosen sind dauerhaft ausgelastet
  • Ladegeräte bleiben über Nacht angeschlossen
  • Arbeitsplätze befinden sich in Wohnräumen mit vielen brennbaren Materialien
  • Sicherheitskontrollen finden selten statt

Außerdem fehlen häufig organisatorische Regelungen, die in Unternehmen selbstverständlich sind.

Welche Brandursachen treten im Homeoffice besonders häufig auf?

Zu den häufigsten Risiken gehören:

  • überlastete Mehrfachsteckdosen
  • defekte Ladegeräte
  • beschädigte Kabel
  • private Heizlüfter
  • Kaffeemaschinen ohne Abschaltautomatik
  • Akkus von Laptops oder E-Bikes
  • Drucker und Scanner im Dauerbetrieb
  • Kerzen auf dem Schreibtisch
  • Rauchen in Arbeitsbereichen

Besonders problematisch ist, dass viele Geräte auch außerhalb der Arbeitszeit dauerhaft am Stromnetz angeschlossen bleiben.

Warum stellen Lithium-Ionen-Akkus ein zunehmendes Brandrisiko dar?

Moderne Arbeitsplätze – sowohl im Unternehmen als auch im Homeoffice – sind heute ohne Lithium-Ionen-Akkus kaum noch vorstellbar. Sie befinden sich unter anderem in:

  • Laptops
  • Smartphones
  • Tablets
  • kabellosen Tastaturen und Mäusen
  • Powerbanks
  • E-Bike-Akkus
  • Akkuschraubern
  • Staubsaugern
  • Werkzeugen

Diese Akkus bieten viele Vorteile, können bei Beschädigung, Überladung oder Produktionsfehlern jedoch in einen sogenannten Zustand des thermischen Durchgehens (englisch „thermal runaway“) geraten. Dabei erhitzt sich der Akku innerhalb kürzester Zeit selbstständig und kann in Brand geraten oder explodieren.

Woran erkennt man einen beschädigten Akku?

Beschädigte Akkus sollten niemals weiterverwendet werden.

Typische Warnzeichen sind:

  • aufgeblähtes Gehäuse
  • starke Erwärmung beim Laden
  • ungewöhnlicher Geruch
  • Verfärbungen
  • austretende Flüssigkeit
  • ungewöhnliche Geräusche
  • Rauchentwicklung

Bereits leichte Beschädigungen können zu einer erheblichen Brandgefahr führen.

Was tun, wenn ein Akku sich aufbläht, heiß wird oder qualmt?

Bei einem noch kühlen, aber aufgeblähten Akku: Gerät ausschalten, vom Ladegerät trennen, nicht mehr laden und die zuständige Stelle im Unternehmen informieren. Qualmt oder zischt der Akku bereits, gilt: nicht mehr anfassen, Personen aus dem Raum bringen, Tür schließen, über 112 die Feuerwehr rufen. Ein durchgehender Akku lässt sich nur durch dauerhaftes Kühlen mit sehr viel Wasser beruhigen – das ist Aufgabe der Feuerwehr. Löschversuche mit dem Handfeuerlöscher kommen nur bei einem gerade entstehenden Brand infrage, nur durch ausgebildete Brandschutzhelfer und nur, solange sich niemand selbst gefährdet.

Welche Pflichten haben Arbeitgeber beim Brandschutz?

Der Brandschutz ist keine freiwillige Maßnahme, sondern eine gesetzliche Verpflichtung. Arbeitgeber müssen geeignete Maßnahmen treffen, um Beschäftigte vor Brandgefahren zu schützen.

Dazu gehören insbesondere:

  • Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung
  • Umsetzung geeigneter Brandschutzmaßnahmen
  • Bereitstellung von Feuerlöschern in ausreichender Zahl; die erforderlichen Löschmitteleinheiten richten sich nach Grundfläche und Brandgefährdung (ASR A2.2)
  • Kennzeichnung und Freihaltung von Flucht- und Rettungswegen
  • regelmäßige Unterweisung der Beschäftigten – mindestens einmal jährlich (§ 12 Arbeitsschutzgesetz, § 4 DGUV Vorschrift 1)
  • Benennung und Ausbildung von Brandschutzhelfern: Nach ASR A2.2 Abschnitt 7.3 ist ein Anteil von 5 Prozent der Beschäftigten in der Regel ausreichend, die genaue Zahl ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung
  • Wartung sicherheitsrelevanter Einrichtungen
  • Organisation der Ersten Hilfe und Evakuierung
  • Brandschutzordnung nach DIN 14096 mit den Teilen A (Aushang), B (für alle Beschäftigten) und C (für Personen mit besonderen Aufgaben)
  • Bestellung eines Brandschutzbeauftragten, wenn sich dies aus der Gefährdungsbeurteilung, aus der Baugenehmigung, aus Sonderbauvorschriften oder aus Auflagen des Versicherers ergibt

Je nach Art des Unternehmens können darüber hinaus weitere Anforderungen aus speziellen Vorschriften oder technischen Regeln gelten.

Brandschutzhelfer oder Brandschutzbeauftragter – was ist der Unterschied?

Beide Begriffe werden häufig verwechselt. Der Brandschutzhelfer ist eine normale Beschäftigte oder ein normaler Beschäftigter mit einer kurzen Zusatzausbildung samt praktischer Löschübung; er kann im Notfall einen gerade entstehenden Brand bekämpfen und bei der Räumung helfen. Der Brandschutzbeauftragte ist eine fachlich ausgebildete Person, die den Brandschutz im Unternehmen organisiert, Begehungen durchführt, Mängel verfolgt und die Geschäftsführung berät. Kleinere Unternehmen übertragen diese Rolle häufig an einen externen Dienstleister.

Checkliste: So reduzieren Sie Brandrisiken im Unternehmen und Homeoffice

Nutzen Sie diese Checkliste als Orientierung für Ihren Arbeitsalltag:

Elektrische Sicherheit

  • □ Elektrogeräte regelmäßig prüfen.
  • □ Beschädigte Kabel sofort austauschen.
  • □ Original-Ladegeräte verwenden.
  • □ Geräte nach Arbeitsende ausschalten.

Mehrfachsteckdosen

  • □ Keine Steckdosenleisten hintereinander schalten.
  • □ Überlastung vermeiden.
  • □ Steckdosenleisten regelmäßig kontrollieren.

Ordnung und Sauberkeit

  • □ Kartons und Papier regelmäßig entsorgen.
  • □ Fluchtwege freihalten.
  • □ Technikräume frei von Brandlasten halten.

Gefahrstoffe

  • □ Nur notwendige Mengen bereithalten.
  • □ Sicherheitsdatenblätter beachten.
  • □ Geeignete Lagerung sicherstellen.

Homeoffice

  • □ Arbeitsplatz regelmäßig kontrollieren.
  • □ Akkus sicher laden.
  • □ Rauchmelder installieren und regelmäßig testen.
  • □ Keine Kerzen oder offenen Flammen am Arbeitsplatz.

Verhalten im Brandfall

  • □ Den Fluchtweg vom eigenen Arbeitsplatz aus kennen.
  • □ Den Sammelplatz kennen.
  • □ Wissen, wo der nächste Feuerlöscher und der nächste Handfeuermelder hängen.
  • □ Wissen, wer im Bereich Brandschutzhelfer ist.

Im Brandfall gilt die Reihenfolge aus der Brandschutzordnung Teil B: erst Brand melden, dann gefährdete Personen warnen und mit ins Sichere nehmen, Türen schließen, Fluchtwege benutzen (keine Aufzüge), Sammelplatz aufsuchen und dort melden, dass man vollständig ist. Ein Löschversuch kommt nur bei einem kleinen Entstehungsbrand und nur ohne Eigengefährdung infrage.

Fazit

Die häufigsten Brandursachen am Arbeitsplatz und im Homeoffice lassen sich durch eine Kombination aus technischen, organisatorischen und personenbezogenen Maßnahmen wirksam reduzieren. Unternehmen sollten Brandschutz als festen Bestandteil ihres Arbeitsschutzmanagements etablieren und regelmäßig überprüfen.

Brandrisiken frühzeitig erkennen – mit einem externen Brandschutzbeauftragten

Viele der in diesem Artikel beschriebenen Brandursachen lassen sich durch eine professionelle Brandschutzorganisation vermeiden. Ein externer Brandschutzbeauftragter unterstützt Unternehmen dabei, Brandrisiken frühzeitig zu erkennen, gesetzliche Anforderungen einzuhalten und wirksame Präventionsmaßnahmen umzusetzen.

Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem regelmäßige Brandschutzbegehungen, die Beratung zu vorbeugenden Maßnahmen sowie die Durchführung von Sicherheits- und Brandschutzunterweisungen, um Beschäftigte für Brandgefahren zu sensibilisieren und das richtige Verhalten im Ernstfall zu vermitteln.

Mit dem Service von ProSafeCon profitieren Sie von einer praxisnahen und rechtssicheren Betreuung – ohne eigenes Fachpersonal aufbauen zu müssen.

Mehr erfahren: https://prosafecon.de/externer-brandschutzbeauftragter/

Quellen

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)

Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb)

Deutscher Feuerwehrverband (DFV)

Weitere Quellen

  • IFS – Brandursachenstatistik (Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e. V.)
  • ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“ (BAuA)
  • DGUV Vorschrift 3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“

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