Der Tunnelbeschränkungscode (ADR) – Gefahrgut Klassifizierung nach TBC

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Unfälle in Tunneln haben oft verheerende Auswirkungen. Im Falle eines Brandes, einer Explosion oder der Freisetzung giftiger Substanzen werden meist viele Menschen gleichzeitig verletzt und Rettungskräfte können nur unter schwierigen Bedingungen eingreifen. Deshalb sind Tunnelvorschriften im ADR enthalten. Das ADR sieht einheitliche Vorschriften für die Beschränkung von Tunneln für den Transport von Gefahrgut vor. Seit dem 1. Januar 2010 müssen Tunnel, durch die nicht jedes Gefahrgut passieren darf, entsprechend kategorisiert und gekennzeichnet werden. Wie Sie den sogenannten Tunnelbeschränkungscode ermitteln und warum der TBC wichtig ist , können Sie in diesem Artikel nachlesen.

Tunnelbeschränkungscode: die Fünf Tunnelkategorien

Es gibt fünf Kategorien von Tunnelzeichen/Codes, wobei A für den am wenigsten restriktiven Tunnel steht und nicht ausgeschildert wird. Der restriktivste Tunnel ist mit E gekennzeichnet. Die Vorschriften zur Kategorisierung von Tunneln sind in Abschnitt 1.9.5 und in Kapitel 8.6 ADR beschrieben. Die zuständige Behörde muss ihre Straßentunnel einer der definierten Tunnelkategorien zuordnen. Dabei sind insbesondere die Eigenschaften des Tunnels, die Risikobewertung sowie die Verfügbarkeit und Eignung von alternativen Strecken und Verkehrsträgern zu berücksichtigen.

Die Tunnel sind in fünf Tunnelkategorien unterteilt, denen die Buchstaben A bis E zugeordnet sind. Je nach Kategorie gelten unterschiedliche Beschränkungen für den Gefahrguttransport. Wenn ein gefährlicher Stoff keiner Tunnelbeschränkung unterliegt, wird anstelle des Codes für die Tunnelbeschränkung die Kennzeichnung „(-)“ in Spalte (15) der Tabelle A in Kapitel 3.2 angezeigt.

Im Allgemeinen gilt: Je höher die Tunnelkategorie, desto strenger sind die Beschränkungen für die transportierten Güter.

Hauptgefahren in Tunneln

Die Tunnelkategorien werden unter anderem nach der Annahme der drei Hauptgefahren, die im Tunnel bestehen, definiert

sind definiert.

Wie kann ich den Tunnelbeschränkungscode ermitteln?

Der Tunnelbeschränkungscode für jeden Gefahrgut ist in der Tabelle A des Kapitels 3.2 ADR in Spalte 15 zu finden.

Tunnelbeschränkungscode für Gefahrgut nach ADR

Der Tunnelbeschränkungscode gibt an, welche gefährlichen Güter einen Tunnel passieren dürfen und welche nicht. Tunnelbeschränkungen gelten für alle Beförderungseinheiten, für die eine orangefarbene Kennzeichnung gemäß Abschnitt 5.3.2 ADR vorgeschrieben ist.

Wichtig zu wissen: Wenn ein LKW Gefahrgut mit verschiedenen Beschränkungscodes transportiert, gilt der restriktivste dieser Tunnelbeschränkungscodes für die gesamte Ladung.

Tunnelbe-schränkungscodeBeschränkung
BDurchfahrt verboten durch Tunnel der Kategorie B, C, D und E
B1000CDurchfahrt verboten durch Tunnel der Kat. B, wenn die ges. Nettoexplosivmasse pro Beförderungseinheit größer als 1.000 kg ist; Durchfahrt verboten durch Tunnel der Kategorie C, D und E
B/Dbei Beförderung in Tanks ist die Durchfahrt durch Tunnel der Kategorie B sowie C, sonst D und E verboten.
B/Ebei Beförderung in Tanks ist die Durchfahrt durch Tunnel der Kat. B, C und D, sonst Tunnel der Kat. E verboten
CDurchfahrt verboten durch Tunnel der Kat. C, D und E
C5000DDurchfahrt verboten durch Tunnel der Kategorie C wenn die ges. Nettoexplosivmasse pro Beförderungseinheit größer als 5.000 kg ist; Durchfahrt verboten durch Tunnel der Kat. D und E
C/Dbei Nutzung von Tank für die Beförderung ist die Durchfahrt durch Tunnel der Kat. C verboten, sonst generell für Tunnel der Kat. D und E
C/Ebei Nutzung von Tank für die Beförderung ist die Durchfahrt durch Tunnel der Kat. C und D verboten, sonst generell für Tunnel der Kat. E
DDurchfahrt verboten durch Tunnel der Kat. D und E
D/EVerbot der Durchfahrt von Tunnel der Kat. D, bei Transport in Tanks oder in loser Schüttung, sowie generelles Durchfahrtverbot von Tunnel der Kat. E
EDurchfahrt verboten durch Tunnel der Kat. E
ohneDurchfahrt freigegeben (bei Gefahrgütern von UN-Nr. 2919 und 3331 können Beschränkungen, hinsichtlich der Nutzung, gemäß Unterabschnitt 1.7.4.2 gelten)

Gefahrgutbezogene Vorschriften

Das Verbotszeichen 261 verbietet den Streckenabschnitt für Kraftfahrzeuge mit kennzeichnungspflichtigen Gefahrgütern. Transporte mit Mengenbefreiungen nach der 1000-Punkte-Regel sind erlaubt. Wenn Ausnahmen von der LQ-Verordnung genutzt und Versandstücke über 8 Tonnen auf die Transporteinheit geladen werden, wird der Transport kennzeichnungspflichtig und der Tunnelbeschränkungscode muss berücksichtigt werden.

Tunnelbeschränkungscode Beispiel:

Jedem Stoffeintrag in Tabelle A Kapitel 3.3 ADR ist einer von 11 möglichen Tunnelbeschränkungscodes zugeordnet, siehe Kapitel 8.6 ADR.  Die Tunnelbeschränkungscodes sind in der Regel auf dem Beförderungsdokument einzutragen. Für die Gesamtladung der Transporteinheit ist der strengste Code aller geladenen Güter zu verwenden. In vielen Fällen unterscheidet der Tunnelbeschränkungscode zwischen Tank- und Massengutbeförderung und Beförderung von Versandstücken.

UN 1203 Benzin im Tankwagen.

Der Tunnelbeschränkungscode lautet (D/E). Der erste Buchstabe gilt für den Tankverkehr. Die Tunnel mit D und E dürfen also nicht durchfahren werden, die Tunnel A, B und C sind erlaubt.

Fazit zum TBC für Gefahrgut

Bei der Überarbeitung des Europäischen Übereinkommens über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße, allgemein bekannt als ADR, im Jahr 2007 wurden allen gefährlichen Stoffen in Abhängigkeit von ihrem Schadenspotenzial, ihrer Menge (Masse) und ihrer Transportart Tunnelbeschränkungscodes zugewiesen. Diese Codes dienen als Grundlage für eine einheitliche europäische Regelung für den Transport von Gefahrgut durch Straßentunnel. Um Beschränkungen für Gefahrgutfahrzeuge, die durch einen Tunnel fahren, durchzusetzen, ordnen die zuständigen nationalen Behörden den Tunnel einer im ADR definierten Kategorie zu.:

Den jeweiligen Tunnelbeschränkungscode können Sie in der Tabelle A des Kapitels 3.2 ADR in Spalte 15 ermitteln.

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Markus Höhfeld

Markus Höhfeld

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