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Abfallvermeidung im Betrieb: Konzepte und Beispiele

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Ein erfolgreiches Abfallmanagement fängt bei der Abfallvermeidung im Betrieb an. Diese Vorgaben finden sich in Gesetzen und Verordnungen wie zum Beispiel:

Schließlich ist der beste Abfall in einem Unternehmen derjenige, der gar nicht erst anfällt. In diesem Artikel erläutern wir, welche Bedeutung die Vermeidung von Abfällen hat und welche Maßnahmen es dazu gibt, die Ihr Unternehmen profitabler machen und die Umwelt schützen.

Was versteht man unter Abfallvermeidung?

Abfallvermeidung bedeutet schlicht und einfach, die Produktion von Abfällen zu minimieren. Synonyme hierfür sind die Begriffe „Abfallreduzierung“ oder „Abfallminimierung“. In der Abfallwirtschaft steht die Abfallminimierung an der Spitze der Abfallhierarchie, und entgegen der landläufigen Meinung lässt sich die Reduzierung der erzeugten Abfallmenge relativ einfach erreichen.

Geringfügige Änderungen von Verfahren und/oder veränderte Beschaffungspraktiken können die Effizienz der Ressourcennutzung verbessern und so zu einer Verringerung der Abfallmenge führen. Zur Verringerung der Abfälle im Betrieb können entsprechende Richtlinien entwickelt werden, die sich auf bestimmte Gebrauchsgegenstände im Büro wie Papier, IT-Ausrüstung oder Möbel beziehen, später dazu mehr.

Warum sollte Sie die Vermeidung von Abfall interessieren?

Jedes Unternehmen erzeugt Abfall. Bei einigen handelt es sich vielleicht nur um Altpapier oder Schmutzwasser, bei anderen um gefährliche oder giftige Abfälle, die eine besondere Handhabung und Entsorgung erfordern. Unabhängig von der Art oder der Menge des Abfalls, den Ihr Gewerbe erzeugt, ist er in einem Punkt gleich – er kostet Sie Geld! Sie zahlen nämlich zweimal dafür – einmal bei der Beschaffung und das zweite Mal bei der Entsorgung. Die Quintessenz ist, dass Sie Geld sparen, wenn Sie Abfall vermeiden.

Abfallvermeidung ist eine Betriebsstrategie, von der jedes Unternehmen, unabhängig von seiner Größe oder Art, profitieren kann. Neben den Kosteneinsparungen können Sie damit auch die Sicherheit Ihrer Mitarbeiter verbessern, die Haftung reduzieren und Ihr Image in der Gesellschaft verbessern. Wenn die Abfälle, die Sie beseitigen oder reduzieren, durch Gesetze geregelt sind – und Ihre Reduzierungen signifikant genug sind -, können Sie außerdem kostspielige Genehmigungen und behördliche Zulassungen vermeiden. Die Überwachung durch Behörden kann so verringert oder gar eingestellt werden.

Erfahren Sie mehr zu diesem Thema in unserem Artikel „Abfallerzeuger & Pflichten“.

Die Umwelt und das Klima zu schützen: Es ist die richtige Entscheidung!

Abgesehen von den finanziellen Vorteilen ist Abfallvermeidung auch aus ökologischer Sicht das Richtige. Durch ein ressourcenschonendes arbeiten können Sie selbst etwas zur Versorgungssicherheit in Deutschland beitragen. Darüber hinaus verhindert Abfallvermeidung die Verschmutzung der Umwelt und macht Ihre Umgebung zu einem gesünderen und attraktiveren Ort zum Leben. Letztendlich profitieren Sie, die Umwelt und die Gesellschaft davon und können bei diesem Thema auch im öffentlichen Ansehen punkten z.B. durch die Thematisierung derartiger Inhalte und Verhaltensweisen auf den Social-Media-Kanälen des Unternehmens.

Das Thema Produktverantwortung ist in der heutigen Zeit nicht mehr von der Hand zu weisen. Das zeigt sich schon allein an der Tatsache, dass Sie in der Zwischenzeit bei fast jedem Anbieter Produkte finden, die nach ökologischen Kriterien ausgewählt wurden.

Tipps und Beispiele für die Minimierung von Abfall im Unternehmen

Indem Sie weniger wegwerfen, reduzieren Sie den Aufwand für die Bearbeitung, den Transport und die Entsorgung der Abfälle. Abfallvermeidung kann viele Formen annehmen, darunter:

  • Kauf von beständigen, langlebigen Materialien
  • Bestreben zur Vermeidung von Sekundärrohstoffen (Rohstoffe, die nicht in Ihre Produkte oder Ihre Dienstleistung einfließen)
  • Verwendung von Produkten, die frei von giftigen Materialien sind
  • Verringerung der Verpackungsmenge für weniger Müll
  • Einsparung von Wasser und/oder Energie
  • Implementierung von prozessbegleitendem Recycling und Verwertung

Viele Maßnahmen zur Abfallvermeidung, wie z. B. beidseitiges Drucken und die Verwendung von E-Mails anstelle von gedruckten Kopien, sind kostengünstig und einfach umzusetzen und erfordern oft nur eine Änderung der Einstellung oder der Arbeitsabläufe.

Behalten Sie diese Ratschläge im Hinterkopf:

  • Fangen Sie klein an – konzentrieren Sie sich auf ein oder zwei Materialien zur Reduzierung.
  • Konzentrieren Sie sich zunächst auf Ideen, die nur geringe Kapitalinvestitionen erfordern.
  • Beziehen Sie alle Mitarbeiter in die Planung und Umsetzung mit ein.

Die Bewertung der Fortschritte zur Vermeidung von Abfall im Betrieb

Um festzustellen, ob Ihre Bemühungen sowohl aus ökologischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht erfolgreich sind, müssen Sie Ihre Fortschritte bewerten. Vorschläge und Beispiele für die Bewertung Ihrer Bemühungen zur Abfallvermeidung im Betrieb sind unter anderem:

  • Überwachen Sie Änderungen bei Prozessen und der Abfallproduktion. Verfolgen Sie z.B. die Menge des produzierten Abfalls, wie oft er abtransportiert wird, und die Verringerung des Energieverbrauchs und der Menge der verwendeten Rohstoffe.
  • Berechnen Sie die Einsparungen. Betrachten Sie die Einsparungen bei den Kosten für Handhabung, Behandlung und Entsorgung sowie die Einsparungen durch den geringeren Rohstoff- und Energieverbrauch.
  • Betrachten Sie die indirekten Vorteile. Versuchen Sie, den Wert der weniger offensichtlichen Vorteile abzuschätzen, wie z.B. ein verbessertes öffentliches Image, das Erreichen neuer Märkte, die Verbesserung oder Erweiterung von Produktionsprozessen, die Moral und Sicherheit der Mitarbeiter und andere Vorteile.
  • Bewerten Sie Ihre Bemühungen regelmäßig neu. Mit der Einführung neuer Rohstoffe und Verfahren ändern sich auch die Abfallströme. Führen Sie regelmäßige Bewertungen Ihres Unternehmens durch, um zusätzliche Möglichkeiten zur Abfallvermeidung zu identifizieren. Denken Sie daran: Solange Sie Abfälle erzeugen, gibt es Möglichkeiten, diese zu reduzieren.

Fazit: Abfallvermeidung im Unternehmen als fortlaufender Verbesserungsprozess

Das betriebliche Abfallmanagement beginnt häufig mit der Frage, wie mit einer bestimmten Abfallmenge umzugehen ist.

Vielmehr muss man sich fragen, wo der betriebliche Abfall überhaupt anfällt. Entsprechend dem Ansatz des produktionsintegrierten Umweltschutzes (PIUS, VDI-Richtlinie 4075) sind Input- und Outputströme zu ermitteln, Kennzahlen zu bestimmen und das Potenzial zur Abfallvermeidung als sich ständig wiederholender Verbesserungsprozess innerhalb der vorgegebenen Belastungsgrenzen zu identifizieren. Daraus werden geeignete Maßnahmen abgeleitet, umgesetzt und der Erfolg überwacht. Auf diese Weise kann ein nachhaltiger Prozess entstehen, der jede Verschwendung hinterfragt und das Abfallaufkommen zu minimieren versucht.

Firmen, die nicht über einen eigenen Abfallspezialisten verfügen oder nicht die entsprechenden Kapazitäten zur Verfügung haben, können auf externe Abfallbeauftragte setzen. Unsere Experten unterstützen Sie gerne beim Thema Abfall und Beraten Sie zu den Vorgaben der Kreislaufwirtschaft.

Quellen:

https://www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum/produkte/oekodesign/oekodesign-richtlinie

https://www.umweltbundesamt.de/themen/abfall-ressourcen/produktverantwortung-in-der-abfallwirtschaft/verpackungen/verpackungsgesetz

https://www.vdi.de/richtlinien/details/vdi-4075-blatt-1-produktionsintegrierter-umweltschutz-pius-grundlagen-und-anwendungsbereich

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