Abfallmanagement im Unternehmen: Prozesse & Richtlinien

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In Unternehmen und Haushalten soll Abfallmanagement Kosten sparen, unnötige Abfälle vermeiden und als Basis für Recycling die Umwelt schonen.

Müll findet in Deutschland immer genauer den Bestimmungsort. Mit dem “Grünen Punkt” zog bereits vor der Jahrtausendwende in Deutschland ein System ein, welches die Trennung von Müll befeuern sollte. Mülltrennung soll Ressourcen schonen und Plastik wenn möglich recyceln. Mit etwas finanziellem Ansporn hat sich das System bis heute auch in Unternehmen durchgesetzt und viele recycelbare Rohstoffe können aufbereitet und dem System wieder zugeführt werden.

Auch in Unternehmen und der Industrie ermöglicht ein Abfallmanagement-System die Koordination der sparsamen und umweltschonenden Entsorgung von Restmüll, Recyclingmüll, aber auch Sondermüll. Doch ist es in größeren Unternehmen und der Industrie nicht einfach damit getan, eine Tonne für “Grünen Punkt Müll” aufzustellen und in der Ecke des Gartens einen Kompost für Biomüll einzurichten.

Was ist Abfallmanagement? Wie skalieren Unternehmen und die Industrie ein effektives Abfallmanagement? Und wann bereichert ein externer Abfallbeauftragter die Vorgänge des Abfallmanagements?

Abfallmanagement – mehr als Grüner Punkt

Abfall hört nicht da auf, wo der Deckel des Mülleimers sich schließt. In Zeiten des wachsenden Materialverbrauchs bedeutet Abfallmanagement, dass wichtige Rohstoffe nicht ihren finalen Bestimmungsort finden, sondern dass ein maximaler Mehrwert aus Abfällen gewonnen werden kann.

Abfallwirtschaft soll Prozesse dahingehend optimieren. In Haushalten ist das überschaubar: Restmüll, Recyclingmüll, Glas, Papier und Biomüll, aber auch alte Kleidungsstücke werden in verschiedenen Behältern manchmal auf dem Grundstück, manchmal an zentralen Sammelplätzen entsorgt.

Daraufhin werden recycelbare Stoffe in spezialisierten Entsorgungsunternehmen sortiert und dem Wertstoffkreislauf nach der Aufbereitung wieder zugeführt. Auch Sondermüll wie Farbreste oder Altöl werden gesammelt. Im Privatbereich kann das Abfallmanagement von der Steuer abgesetzt werden, wenn bestimmte Voraussetzungen als haushaltsnahe Dienstleistung getroffen sind.

In Unternehmen oder der Industrie sind Abfälle ein sensibles Thema. Gründe dafür sind in gesetzlichen Regularien, Strafen und dem Zusammenhang des guten Abfallmanagements und der Betriebskosten zu finden: Bei einem hohen Aufkommen an Abfällen und speziellen Abfällen wie Gefahrgütern oder Gefahrstoffen entsteht eine große finanzielle Last, die durch gutes Abfallmanagement minimiert werden kann. Was bedeutet das im Detail?

Abfallmanagement Definition

Abfallmanagement bezeichnet die Organisation und Bewirtschaftung des Abfallkreislaufs in Unternehmen und Ämtern mit dem Ziel der Vermeidung, Recycling, Verwertung und Beseitigung von Abfällen nach gesetzlichen Vorgaben und Maximen der Nachhaltigkeit.

Unterschied Abfallmanagement und Umweltmanagement

In Unternehmen, Ämtern oder der Industrie existieren verschiedene Managementmethoden, die meist auf die Senkung der Kosten oder die Optimierung der Leistung abzielen. Auch Abfallmanagement und Umweltmanagement sind Teile dieser Systeme.

Grundlegend ähneln sich bei Abfallmanagement und Umweltmanagement gewisse Ziele der Optimierung der Materialwirtschaft in Unternehmen. Im Sinne des Umwelt- und Abfallmanagements ist es beispielsweise, wenn Restmüll reduziert wird und so viele Abfälle wie möglich durch Recycling aufgewertet werden können.

Das Umweltmanagement umfasst allerdings mehr Maßnahmen als das Abfallmanagement. Die Maßnahmen des Abfallmanagements sind im Prinzip eine Schnittmenge mit der übergeordneten Thematik des Umweltmanagements eines Unternehmens.

Zum Umweltmanagement zählen neben der Teildisziplin Abfallmangement auch noch:

Praktische Prozesse des Abfallmanagements

Verschiedene praktische Ansätze eignen sich für Haushalte, Unternehmen und Einrichtungen, um das Abfallmanagement zu unterstützen. Diese Grundpfeiler des Abfallmanagements im Alltag finden überall Anwendung, wo Abfälle entstehen und dem Kreislauf der Abfallwirtschaft zugeführt werden. Als Prozesse des Abfallmanagements verstehen sich die Vermeidung von Abfällen, die Trennung und Lagerung von Abfällen als auch die Nachweisführung.

Die Aufklärung der Mitarbeiter und aller, die an Prozessen im Unternehmen beteiligt sind, ist eine wichtige Voraussetzung, um das Bewusstsein der Notwendigkeit der Handlung für die Kostenreduktion und die Schonung der Umwelt und Ressourcen herzustellen.

Abfall vermeiden

Durch exakte Arbeitsweisen, optimierte Prozesse bei der Gewinnung von Werkstücken aus einem Rohling oder der sparsamen Nutzung von Gebrauchsgegenständen wie Papier oder Verpackungsmaterial können Abfälle von vornherein vermieden werden.

Besonders effektiv zeigt es sich auch, bestimmte Stoffe wie eigene Umverpackungen überhaupt nicht erst in Umlauf zu bringen, kleinere Kartons zu verwenden oder Prozesse zu digitalisieren. Abfälle zu vermeiden ist nur bis zu einem gewissen Punkt sinnvoll und sollte nicht auf Kosten der Qualität, der Produkte oder der Arbeit des Personals im Unternehmen geschehen.

Abfall trennen und lagern

Die Trennung von Abfall ist ein Vorgang, der über das weitere Vorgehen und den Lebenszyklus des Abfalls entscheidet. Je nach Art des Abfalls werden verschiedene Verfahren für die Aufbereitung oder die Endlagerung gewählt. Je nach Art des Abfalls steigt der Preis für die Entsorgung: Alte Batterien oder Krankenhausabfälle sind beispielsweise teurer als Sondermüll, weil sie per Gesetz nach bestimmten Vorschriften entsorgt werden müssen.

Auch die Lagerung von Abfällen in Containern oder auf Müllhalden erfolgt nach bestimmten Regularien. Diese verhindern, dass beispielsweise das Grundwasser durch Auswaschung bei Regen verschmutzt wird oder gefährlicher Abfall in die Natur gelangt. Die effektive Trennung von Abfall ist ein wichtiger Prozess, der sich auch auf Kostenfaktoren auswirkt.

Abfall recyceln

Recycling ermöglicht es, Stoffe, die eigentlich aufgrund der Unbrauchbarkeit der Kategorie Abfall zugeschrieben werden, durch Bearbeitungsmethoden wieder einem Wertstoffkreislauf zuzuführen. So recycelt man beispielsweise viele Metall- oder Glasreste, indem diese geschmolzen und zu neuen Produkten verarbeitet werden.

Auch Stoffe wie Papier, Holz, Plastik und Kleidung führt man durch Bearbeitung wieder einem Kreislauf zu. Ein Trend, der aus dem Recycling entstand, ist das Upcycling. Dabei wird alten Gegenständen, die als Müll bestimmt waren, neues Leben eingehaucht. So werden beispielsweise alte Paletten zu Möbeln. Gelegentlich fragen Einrichtungen nach diversen Gegenständen – alte Paletten zu verschenken ist beispielsweise günstiger, als diese zu entsorgen.

Nachweisführung

Laut Nachweisverordnung (NachwV) muss über gefährliche Abfälle Buch geführt werden. Das ist nur in elektronischer Form möglich. Die sensible Nachweisführung soll die Prozesse von der Entstehung gefährlicher Abfälle über das Entsorgungsunternehmen bis zur finalen Verwertung katalogisieren.

Die Nachweisführung erfolgt anhand offizieller Dokumente wie Entsorgungsnachweise, Begleit- und Übernahmescheine. Mitarbeiter müssen entsprechend unterwiesen werden, um die Richtigkeit der Angaben auf diesen Dokumenten bei jeder Ausstellung zu prüfen.

Mit einer Übersicht dazu, wie viele Abfälle in welchen Kategorien nach der Mülltrennung im Unternehmen anfallen, ist die Grundlage für weiteres Abfallmanagement geschaffen. Mit den Daten dazu, in welchen Kategorien der Abfälle welche Mengen anfallen, werden beispielsweise Entsorgungsunternehmen und externe Abfallbeauftragte bestellt.

Abfallbeauftragter und Abfallmanagement

Abfallmanagement leistet von Industrie bis in das kleine Unternehmen einen wichtigen Beitrag für den Umweltschutz. Besonders wenn gefährliche Stoff als gefährlicher Abfall entstehen, muss ein Abfallbeauftragter bestellt werden, um die Situation zu analysieren, Hinweise zur gesetzmäßigen Verwahrung und Entsorgung zu geben.

Abfallbeauftragte bieten Rechtssicherheit beim Umgang mit sensiblen Arten von Müll. Die Bestellung der Abfallbeauftragten rechnet sich besonders, wenn das Hauptgeschäft des Unternehmens nicht im Bereich der Entsorgung oder des Recyclings liegt und sich die Festanstellung von speziell ausgebildetem Personal dadurch nicht lohnen würde.

Gutes Abfallmanagement bietet durch einfache Maßnahmen Sparpotenzial in Unternehmen und ist eine wichtige Basis dafür, dass Ressourcen schonend eingesetzt werden.

Quellen:

https://www.consulting.de/nachrichten/alle-nachrichten/consulting/abfallmanagement-in-unternehmen-viel-luft-nach-oben/

https://www.uni-due.de/imperia/md/content/webredaktion/oep___betriebliches_abfallmanagementsystem.pdf

https://www.umweltbundesamt.at/angebot/leistungen/abfall-ressourcen

https://www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum/wirtschaft-umwelt/umwelt-energiemanagement

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Markus Höhfeld

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